Zürich: Pensionskassen bauen ein Viertel aller Abrisse ab

Wolfgang Staufer2 min read12.09.2026, 00:00vor 4 Tagen
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Zürich: Pensionskassen bauen ein Viertel aller Abrisse ab

Pensionskassen und Anlagestiftungen zeichnen im Zürcher Wohnungsmarkt für ein Viertel aller Abrisse verantwortlich, wie ein neuer Bericht zeigt.

Im ersten Halbjahr 2026 gingen im Zürcher Wohnungsmarkt 25% aller registrierten Wohnungsabbrüche auf Pensionskassen und Anlagestiftungen zurück – ein Viertel des gesamten Abrissgeschehens. Das zeigt ein Bericht vom 8. September 2026, über den ad-hoc-news.de berichtet. Konkret wurden 235 Wohnungen von diesen institutionellen Anlegern abgerissen.

Auffällig ist das Missverhältnis: Pensionskassen und Anlagestiftungen besitzen zusammen nur rund 10% des Zürcher Wohnungsbestands, verantworten aber ein Vielfaches davon an Abrissen. Der Bericht wertet dies als überproportionalen Anteil institutioneller Eigentümer am Abrissgeschehen, nicht als Einzelfälle einzelner Projekte.

Die Zahlen stammen aus einer eigenen Auswertung von Abrissdaten und Eigentümerstrukturen im Zürcher Wohnungsmarkt für das erste Halbjahr 2026. Neu gegenüber früheren Meldungen ist die belastbare Halbjahresstatistik mit der konkreten Kennzahl von 235 abgebrochenen Wohnungen.

Institutionelle Anleger treten bei Ersatzneubauten häufig mit grösserem Kapital und grösseren Projektvolumen auf als private Eigentümer. Das begünstigt Abriss- und Neubauprojekte, bei denen alte Mehrfamilienhäuser durch verdichtete Neubauten mit höheren Mietniveaus ersetzt werden. Für den Zürcher Wohnungsmarkt werden dabei keine neuen gesetzlichen Fristen oder Regeln genannt; massgeblich bleiben die üblichen kommunalen und kantonalen Baubewilligungsverfahren sowie das Mietrecht im Obligationenrecht.

Was heisst das für Vermieter?

Wer in Zürich ein älteres Mehrfamilienhaus besitzt, konkurriert bei Ersatzneubauten zunehmend mit kapitalstarken institutionellen Eigentümern. Das erhöht den Druck, frühzeitig über Sanierung, Ersatzneubau oder Verkauf nachzudenken, bevor Nachbarprojekte das Mietniveau im Quartier verschieben. Gleichzeitig dürften Abriss- und Entmietungsprojekte im Zürcher Wohnungsmarkt politisch und medial genauer beobachtet werden als bisher.