Baubewilligungen steigen: Wohnungsmarkt entspannt sich ab 2027

Redaktion2 min read18.09.2026, 00:00vor 3 Tagen
Share X LinkedIn
Baubewilligungen steigen: Wohnungsmarkt entspannt sich ab 2027

Mehr Baugesuche seit 2024 lassen laut BWO und Wüest Partner erstmals wieder auf steigende Wohnungsangebote in der Schweiz hoffen.

Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) rechnet erst ab 2027 mit spürbar mehr neuen Wohnungen auf dem Schweizer Markt. Grund sind die seit 2024 gestiegenen Baugesuche und Baubewilligungen, die sich mit Verzögerung im Wohnungsbestand niederschlagen. Für das laufende Jahr 2026 bleibt die Lage laut BWO angespannt, eine rasche Entspannung sei nicht in Sicht.

Die Zahlen zur Jahresmitte bestätigen das: Per 1. Juni 2026 standen schweizweit nur 45'493 Wohnungen leer. Das BWO spricht für 2025 und die erste Jahreshälfte 2026 sogar von einer weiteren Verschärfung des Marktes. Wüest Partner rechnet dennoch mit einem Nettozugang von rund 45'000 Wohnungen im Jahr 2026 und rund 50'000 im Jahr 2027.

Regional bleiben grosse Unterschiede. Besonders knapp ist der Wohnraum weiterhin in Grosszentren, im Grossraum Zürich, in der Zentralschweiz sowie in verschiedenen Bergregionen. Dort dürfte der Nachfrageüberhang trotz mehr Bautätigkeit noch länger bestehen bleiben.

Bei den Mietpreisen zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Bestehende Mietverhältnisse bleiben 2026 laut BWO wegen tiefer Zinsen und geringer Inflation weitgehend stabil. Bei Neuvermietungen ist dagegen weiterhin mit steigenden Mietzinsen zu rechnen, weil das Angebot knapp bleibt.

Gleichzeitig zeigen die Angebotsmieten erste Bremsspuren: Im Zeitraum Juli 2025 bis Juni 2026 lagen sie im Schnitt 1,7 Prozent tiefer als im Vorjahreszeitraum. Das deutet darauf hin, dass der Preisdruck bei neu inserierten Wohnungen in manchen Regionen bereits nachlässt, während er in anderen noch anhält.

Was heisst das für Vermieter?

Für 2026 ist bei laufenden Mietverträgen eher mit Stabilität als mit grossen Mietzinserhöhungen zu rechnen, da Referenzzinssatz und Teuerung derzeit wenig Spielraum bieten. Bei Neuvermietungen bleibt die Verhandlungsposition in Zürich, der Zentralschweiz und in Bergregionen wegen der tiefen Leerstandsquote weiterhin gut. In Regionen mit spürbar mehr Bautätigkeit lohnt sich dagegen ein genauerer Blick auf lokale Angebotsmieten, bevor Wiedervermietungen zu unverändert hohen Preisen kalkuliert werden. Wer investieren will, sollte Baugesuche und Baubewilligungen in der eigenen Region als Frühindikator für die Marktentwicklung ab 2027 im Auge behalten.