Diesel kostet in der Schweiz so viel wie noch nie

Redaktion2 min read19.09.2026, 00:00vorgestern
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Diesel kostet in der Schweiz so viel wie noch nie

Der Dieselpreis liegt laut TCS bei 2.41 Franken pro Liter – ein Rekordwert, der auch Vermieter mit Bau- und Unterhaltsarbeiten zu spüren bekommen.

Diesel ist in der Schweiz so teuer wie nie zuvor. Der durchschnittliche Literpreis liegt laut dem Touring Club Schweiz (TCS) bei 2.41 Franken. Ausgelöst wurde der Anstieg durch eine Reihe von Störungen auf dem globalen Ölmarkt, wie zwei Experten gegenüber 20 Minuten erklären.

Ueli Bamert vom Branchenverband Avenergy Suisse verweist auf den Irankrieg als ersten Preistreiber, gefolgt von einem Angriff auf eine Pipeline in Saudi-Arabien und der drohenden Blockade des Roten Meers. Rohöl sei heute rund 80 Prozent teurer als vor Kriegsbeginn. Auch der Transport per Schiff auf dem Rhein koste derzeit acht- bis zehnmal mehr als üblich.

Walter Pfeiffer, Energieexperte bei der Unternehmensberatung Roland Berger, nennt zusätzlich Angriffe auf russische Raffinerien und Tanklager als Grund für das knappere Angebot. Das betrifft laut Pfeiffer auch kasachisches Rohöl, das teilweise über russische Häfen exportiert wird. Zwischen Januar und August seien die Dieselpreise in der Schweiz deshalb um 25 bis 33 Prozent gestiegen, bei Benzin um 20 bis 27 Prozent.

Verschärft wurde die Lage durch einen technischen Defekt in der Raffinerie Cressier NE Anfang September. Die einzige Schweizer Raffinerie deckt normalerweise rund 30 Prozent des Bedarfs an Mineralölprodukten. Der Bund bewilligte deshalb begrenzte Bezüge aus den Pflichtlagern.

Europa ist bei Diesel im Gegensatz zu Benzin auf Importe angewiesen, so Pfeiffer. Geringere Lieferungen aus Russland und dem Nahen Osten treffen den Dieselmarkt daher besonders stark, während Transport, Landwirtschaft und Industrie ihren Verbrauch kaum kurzfristig senken können. Ob der Preis auf 2.50 Franken steigt, lässt sich laut Bamert nicht seriös vorhersagen – entscheidend sei die weitere Entwicklung des Irankriegs und der Öltransportwege. Pfeiffer geht davon aus, dass sich die Schweiz derzeit in einem mittleren Szenario befindet, bei dem sich die Lage zeitweise noch verschärfen könnte. SVP-Nationalrat Thomas Knutti fordert unterdessen eine zweimonatige Aussetzung der Mineralölsteuer.

Was heisst das fuer Vermieter?

Für Vermieter mit eigenem Bauhof, Hauswartdienst oder regelmässigen Transporten zu Liegenschaften schlagen die höheren Dieselpreise direkt auf die Betriebskosten durch. Auch Handwerksbetriebe, die Sanierungen, Reparaturen oder Umbauten ausführen, dürften die gestiegenen Treibstoffkosten über Anfahrts- und Materialpauschalen weitergeben. Wer aktuell Offerten für Unterhaltsarbeiten einholt, sollte mit spürbar höheren Nebenkostenpositionen rechnen, solange sich die Lage auf dem Ölmarkt nicht beruhigt.