Wohnungsmarkt: Jura, Solothurn und Tessin am stärksten unter Druck

Die Leerwohnungsziffer der Schweiz fiel per 1. Juni 2025 auf 1,00 Prozent – doch die regionalen Unterschiede zwischen Kantonen wie Jura und Genf sind gross.
Die Wohnungsknappheit in der Schweiz hat sich verschärft: Laut Bundesamt für Statistik und Bundesamt für Wohnungswesen lag die gesamtschweizerische Leerwohnungsziffer per Stichtag 1. Juni 2025 bei 1,00 Prozent. Das entspricht rund 48'500 leer stehenden Wohnungen und einem Rückgang von 3'519 Einheiten bzw. 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,08 Prozent.
Am knappsten ist der Markt in Genf mit einer Leerwohnungsziffer von 0,34 Prozent, gefolgt von Zug mit 0,42 Prozent und Zürich mit 0,48 Prozent. Auch Obwalden (0,50 Prozent), Schwyz (0,52 Prozent) und Graubünden (0,57 Prozent) zählen zu den Kantonen mit den tiefsten Werten.
Deutlich anders präsentiert sich die Lage in Jura, Solothurn und Tessin. Der Jura weist je nach Quelle einen Leerstand zwischen 3,03 und 3,35 Prozent auf, Solothurn liegt bei 1,91 bis 2,05 Prozent, das Tessin bei 1,78 bis 1,92 Prozent. Auch Neuenburg fällt mit 1,64 Prozent über den Landesdurchschnitt.
Auf Gemeindeebene zeigen sich noch grössere Ausschläge: Saint-Imier im Kanton Bern kommt auf 9,43 Prozent, Trimbach im Kanton Solothurn auf 7,53 Prozent und Chiasso im Tessin auf 7,37 Prozent.
Anhaltende Verschärfung erwartet
Das Bundesamt für Wohnungswesen rechnet für die kommende Zeit nicht mit einer breiten Entspannung des Mietwohnungsmarkts. Die Kluft zwischen urbanen, wirtschaftsstarken Zentren und strukturschwächeren Regionen dürfte damit bestehen bleiben.
Was heisst das für Vermieter?
In Zürich, Genf, Zug oder Luzern lassen sich Wohnungen weiterhin sehr schnell vermieten, Leerstände sind dort selten und teuer für Mieterschaft wie Markt gleichermassen. In Jura, Solothurn oder einzelnen Tessiner Gemeinden ist das Vermarktungsrisiko dagegen deutlich höher – hier entscheiden Zustand, Preis und Inseratsqualität stärker über die Vermietbarkeit. Vermieter in Randlagen mit älteren Beständen sollten den Konkurrenzdruck durch modernere Objekte einkalkulieren, während in Städten mit tiefer Leerstandsquote die Verhandlungsmacht der Eigentümerschaft tendenziell steigt.
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