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AKW-Leistungsdrosselung 2026: Was Vermieter jetzt wissen müssen

Wolfgang Staufer3 min read09.08.2026, 00:00letzte Woche
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AKW-Leistungsdrosselung 2026: Was Vermieter jetzt wissen müssen

Hitzewelle zwingt Schweizer Kernkraftwerke zur Drosselung. Was das für Stromkosten und Nebenkosten Ihrer Liegenschaft bedeutet – kompakt erklärt.

AKW-Leistungsdrosselung im Sommer 2026: Was steckt dahinter?

Die anhaltende Hitzewelle trifft die Schweizer Energieversorgung an einem empfindlichen Punkt. Die AKW-Leistungsdrosselung ist keine Panne – sie ist ein reguläres, aber folgenreiches Phänomen: Wenn Flüsse wie Aare oder Rhone sich zu stark erwärmen, dürfen Kernkraftwerke das Kühlwasser nicht mehr in gleicher Menge einleiten. Die Folge ist eine reduzierte Stromproduktion mitten in einer Hochlastperiode.

Betroffen sind in solchen Hitzeperioden regelmässig die Werke Beznau und Gösgen. Im August 2026 erreichen die Flusstemperaturen erneut kritische Werte, was die Netzbetreiber zwingt, Alternativen zu aktivieren – und das hat direkte Auswirkungen auf den Strommarkt.


Wie die Drosselung die Strompreise beeinflusst

Weniger Kernkraft im Netz bedeutet, dass teurere Produktionsquellen einspringen müssen – etwa Gaskraftwerke oder Importstrom aus dem europäischen Verbundnetz. An der Strombörse schlägt sich das unmittelbar in höheren Spotmarktpreisen nieder.

Für Vermieter mit grösseren Liegenschaften oder Gewerbeeinheiten, die Strom über variable Tarife beziehen, kann das kurzfristig spürbar werden. Aber auch Haushalte mit Standardtarifen sind nicht vollständig abgeschirmt: Steigen die Beschaffungskosten der Netzbetreiber dauerhaft, folgen Tarifanpassungen oft im nächsten Tarifjahr.


Was bedeutet das konkret für Nebenkosten und Liegenschaften?

Vermieter tragen bei Mietliegenschaften die Verantwortung für eine funktionierende Energieversorgung. In den Nebenkosten spiegeln sich Stromkosten direkt wider – sei es für Gemeinschaftsbereiche, Lift, Tiefgarage, Aussenbeleuchtung oder Waschküche.

Folgende Kostenstellen sind bei einer Drosselung besonders im Blick zu behalten:

  • Gemeinschaftsstrom (Treppenhaus, Keller, Aussenanlage)
  • Heizungssteuerung und Pumpen (auch im Sommer aktiv)
  • Klimaanlagen und Lüftungsanlagen (Hochlastzeit im August)
  • Elektro-Ladestationen für Mieterfahrzeuge
  • Warmwasserwärmepumpen mit Strombezug

Gerade Klimaanlagen und Wärmepumpen laufen im Hochsommer auf Volllast – genau dann, wenn der Strom knapp und teuer ist. Das ist eine ungünstige Kombination für die Nebenkostenabrechnung.


Fixpreis oder Spotmarkt – welches Modell schützt besser?

Wer als Vermieter Strom für grössere Objekte bezieht, sollte prüfen, ob ein Fixpreis-Liefervertrag sinnvoll ist. Solche Verträge schützen vor kurzfristigen Preisausschlägen, wie sie Hitzewellen typischerweise auslösen. Der Spotmarkt bietet langfristig Chancen, aber im Hochsommer 2026 deutlich erhöhte Risiken.

Für kleinere Liegenschaften im Grundversorgungstarif gilt: Kurzfristige Spitzen werden durch die Tarifstruktur gepuffert. Mittelfristig sollten aber auch diese Eigentümer die Beschaffungsstrategie ihres lokalen Versorgers im Auge behalten.


Handlungsempfehlungen für Vermieter jetzt

Die AKW-Leistungsdrosselung ist ein Weckruf, die eigene Energiestrategie zu überprüfen. Konkrete Massnahmen, die sich jetzt lohnen:

  • Verbrauchsdaten prüfen: Welche Liegenschaften haben im Sommer den höchsten Stromverbrauch?
  • Energieaudit beauftragen: Identifizieren Sie Einsparpotenziale vor dem nächsten Sommer.
  • Smart Metering nutzen: Echtzeitdaten helfen, Lastspitzen zu vermeiden.
  • Lieferverträge überprüfen: Läuft ein variabler Vertrag, kann ein Wechsel sinnvoll sein.
  • Mieter sensibilisieren: Freiwillige Verbrauchsreduktion in Spitzenstunden entlastet alle.

Langfristige Perspektive: Hitze als Strukturproblem

Die Ereignisse im August 2026 sind kein Einzelfall. Der Klimawandel verschärft Hitzeperioden – und damit das strukturelle Risiko für die nukleare Stromerzeugung in der Schweiz. Für Vermieter und Liegenschaftseigentümer bedeutet das: Energieresilienz wird zu einem zunehmend wichtigen Faktor bei der Bewirtschaftung von Immobilien.

Investitionen in Photovoltaik, Batteriespeicher oder smarte Verbrauchssteuerung sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern schützen langfristig vor volatilen Stromkosten – unabhängig davon, ob ein AKW wegen Hitze gedrosselt wird oder nicht.


Fazit: Die aktuelle Hitzewelle und die damit verbundene AKW-Leistungsdrosselung erinnern daran, wie verletzlich die Energieversorgung in Extremsituationen ist. Vermieter sollten ihre Nebenkosten, Lieferverträge und Verbrauchswerte jetzt aktiv im Blick haben – und langfristig in Unabhängigkeit investieren.