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Handwerkermangel 2026: Was Vermieter bei Sanierungen beachten

Wolfgang Staufer3 min read29.07.2026, 00:00vor 3 Wochen
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Handwerkermangel 2026: Was Vermieter bei Sanierungen beachten

Sanitär, Elektriker, Maurer – Fachkräfte fehlen. Was bedeutet das für Ihre Sanierungsprojekte und wie helfen Lehrbetriebsverbünde?

Handwerkermangel und Sanierung: Eine wachsende Herausforderung für Vermieter

Der Handwerkermangel macht Sanierungsprojekte in der Schweiz 2026 zunehmend schwieriger. Wer als Vermieter eine Liegenschaft renovieren, energetisch aufrüsten oder dringend reparieren lassen möchte, wartet oft monatelang auf einen verfügbaren Sanitär, Elektriker oder Maurer. Dieser Engpass ist kein kurzfristiges Phänomen – er hat strukturelle Ursachen, die Immobilienbesitzer kennen sollten.

Warum fehlen Handwerker in der Schweiz?

Der Nachwuchsmangel in klassischen Handwerksberufen zeichnet sich seit Jahren ab. Immer weniger Jugendliche entscheiden sich für eine Berufslehre in technischen Kleinstberufen. Gleichzeitig geht eine ganze Generation erfahrener Fachkräfte in Pension. Das Ergebnis: Das Angebot an qualifizierten Handwerkern schrumpft, während die Nachfrage – gerade im Zuge der Energiewende und des Gebäudeprogramms – stark steigt.

Besonders betroffen sind folgende Berufsfelder:

  • Sanitärinstallateure: Wartezeiten von 3–6 Monaten sind 2026 keine Seltenheit
  • Elektriker und Elektroinstallateure: Stark gefragt durch Wärmepumpen und PV-Anlagen
  • Maurer und Verputzer: Engpass bei Fassaden- und Kellersanierungen
  • Schreiner und Bodenleger: Verzögerungen bei Innenausbauprojekten

Direkte Folgen für Sanierungsprojekte von Vermietern

Vermieter, die eine Liegenschaft sanieren wollen, sehen sich mit mehreren konkreten Problemen konfrontiert. Erstens steigen die Preise: Knappe Kapazitäten bedeuten höhere Offerten. Zweitens verlängern sich Projektlaufzeiten erheblich, was Mietausfälle und Planungsunsicherheit erzeugt.

Drittens entstehen rechtliche Risiken: Wer als Vermieter gesetzlich vorgeschriebene Unterhaltsarbeiten oder Mängelbehebungen nicht fristgerecht erledigt, kann mit Mieterrechten konfrontiert werden. Verzögerungen durch Handwerkermangel entbinden rechtlich nicht von der Pflicht zur rechtzeitigen Instandhaltung.

Lehrbetriebsverbünde als Teil der Lösung

Eine strukturelle Antwort auf den Nachwuchsmangel sind Lehrbetriebsverbünde. Dabei schliessen sich mehrere Kleinbetriebe zusammen, um gemeinsam Lernende auszubilden. Dies ermöglicht es Kleinstunternehmen im Handwerk – die allein keine vollständige Ausbildung anbieten könnten – trotzdem aktiv zur Nachwuchsförderung beizutragen.

Für die Branche bedeutet das konkret:

  • Mehr Ausbildungsplätze trotz kleiner Betriebsgrössen
  • Breitere Ausbildung der Lernenden durch Rotation zwischen Betrieben
  • Stärkere Bindung von Nachwuchs an die Region und den Beruf

Kurzfristig lösen diese Verbünde den Engpass nicht. Mittel- und langfristig können sie jedoch dazu beitragen, dass mehr qualifizierte Fachkräfte in den Markt eintreten – zum Vorteil aller, die Liegenschaften unterhalten müssen.

Was Vermieter jetzt konkret tun können

Angesichts des anhaltenden Handwerkermangels empfiehlt sich für Vermieter eine proaktive Strategie. Wer Sanierungsprojekte plant, sollte diese frühzeitig angehen und nicht auf den letzten Drücker warten.

Hier sind bewährte Massnahmen für 2026:

  • Jahresplanung: Offerten und Handwerkertermine mindestens 6–12 Monate im Voraus einholen
  • Stammhandwerker aufbauen: Langfristige Beziehungen zu lokalen Betrieben sichern Priorität
  • Generalunternehmer prüfen: GU-Modelle koordinieren Gewerke und puffern Engpässe ab
  • Prioritäten setzen: Dringende Reparaturen und gesetzlich vorgeschriebene Massnahmen vorziehen
  • Fördermittel früh beantragen: Das Gebäudeprogramm hat eigene Wartezeiten – früh einplanen

Energetische Sanierung unter Druck

Besonders kritisch ist der Handwerkermangel für energetische Sanierungen. Der Kanton Zürich und andere Kantone verschärfen die Anforderungen an ältere Heizsysteme schrittweise. Vermieter, die auf Wärmepumpen umstellen oder Fassaden dämmen wollen, sind auf Elektriker, Sanitärtechniker und Isolierfachleute angewiesen – genau jene Berufsgruppen, die am stärksten unter Druck stehen.

Wer diesen Schritt zu lange hinausschiebt, riskiert nicht nur steigende Kosten, sondern auch ordnungsrechtliche Probleme.

Fazit: Strukturell denken, praktisch handeln

Der Handwerkermangel ist 2026 eine der grössten operativen Herausforderungen für Vermieter mit Sanierungsbedarf. Lehrbetriebsverbünde sind ein vielversprechender Ansatz, um den Nachwuchs zu stärken – ihre Wirkung entfaltet sich jedoch erst in einigen Jahren. Bis dahin sind Eigeninitiative, frühzeitige Planung und verlässliche Handwerkerpartnerschaften die wichtigsten Werkzeuge für einen reibungslosen Liegenschaftsunterhalt.

SmartLandlord.CH begleitet Schweizer Vermieter mit praxisnahen Informationen rund um Sanierung, Recht und Immobilienmanagement.