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Hypothekarzinsen Schweiz: Jahrestief – kommt die Wende?

Wolfgang Staufer3 min read14.07.2026, 00:00vor 2 Wochen
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Hypothekarzinsen Schweiz: Jahrestief – kommt die Wende?

Zehnjährige Festhypotheken gibt es aktuell ab rund 1,45 Prozent – ein Jahrestief. Doch erste Signale der Swap-Märkte deuten auf eine mögliche Zinswende hin.

Gute Nachrichten für Eigentümer und Kaufinteressenten: Die Hypothekarzinsen Schweiz sind auf ein Jahrestief gefallen. Zehnjährige Festhypotheken sind laut aktuellen Markterhebungen von Anfang Juli ab rund 1,45 Prozent zu haben, fünfjährige Laufzeiten teils um 1,2 Prozent. Gleichzeitig mehren sich an den Finanzmärkten aber die Anzeichen, dass die Talsohle erreicht sein könnte – die Swap-Sätze, an denen sich Festhypotheken orientieren, haben zuletzt leicht angezogen.

Hypothekarzinsen Schweiz: Die aktuelle Lage

Der Rückgang der vergangenen Wochen hat die Konditionen für Festhypotheken auf den tiefsten Stand des Jahres gedrückt. Damit liegen zehnjährige Hypotheken rund einen Viertelprozentpunkt unter ihrem Jahreshoch – bei einer Hypothek von 800.000 Franken entspricht das immerhin etwa 2.000 Franken Zinsersparnis pro Jahr.

Gestützt wird das tiefe Niveau vom geldpolitischen Umfeld: Die Schweizerische Nationalbank hält den Leitzins bei null Prozent, die Inflation ist mit Werten um ein halbes Prozent tief, und der starke Franken wirkt zusätzlich dämpfend. Eine grosse Umfrage unter Schweizer Banken zeigt zudem: 28 von 31 befragten Instituten erwarten, dass die SNB den Leitzins bis mindestens zur zweiten Jahreshälfte 2027 nicht erhöht. Saron-Hypotheken bleiben damit auf absehbare Zeit günstig.

Warum trotzdem von einer Wende die Rede ist

Für die Preise von Festhypotheken sind weniger die SNB-Entscheide als die Kapitalmarktzinsen entscheidend – und dort hat sich das Bild zuletzt leicht gedreht:

  • Die Swap-Sätze für mittlere und lange Laufzeiten sind von ihren Tiefstständen abgeprallt
  • Die Renditen der Bundesobligationen tendieren seit einigen Wochen seitwärts bis leicht aufwärts
  • Eine robuste Konjunktur spricht eher gegen weiter sinkende Langfristzinsen
  • International bleiben die Zinsen deutlich höher als in der Schweiz, was Abwärtsspielraum begrenzt

Ob daraus eine echte Zinswende wird, ist offen – Experten sind sich uneins. Klar ist nur: Das Potenzial für noch tiefere Festhypotheken erscheint begrenzt, während das Überraschungspotenzial eher nach oben zeigt.

Strategien für Eigentümer und Käufer

Wer eine Finanzierung oder Verlängerung vor sich hat, sollte die aktuelle Konstellation aktiv nutzen. Erstens: Offerten frühzeitig einholen – auslaufende Festhypotheken lassen sich oft schon zwei bis drei Jahre im Voraus mit einer Forward-Hypothek zu heutigen Konditionen sichern; der Forward-Aufschlag ist bei flacher Zinskurve moderat. Zweitens: Anbieter vergleichen – zwischen Banken, Versicherungen und Pensionskassen liegen bei identischem Profil oft 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte. Drittens: Laufzeiten mischen – wer Saron-Anteile mit langen Festhypotheken kombiniert, profitiert vom tiefen Leitzinsumfeld und sichert sich zugleich gegen steigende Kapitalmarktzinsen ab.

Für Renditeliegenschaften gilt zusätzlich: Die tiefe Zinslast verbessert aktuell den Cashflow spürbar. Wer Wert auf Planbarkeit legt, kann das Jahrestief nutzen, um einen grösseren Teil der Finanzierung langfristig zu fixieren – gerade wenn die Swap-Märkte recht behalten und die Konditionen wieder anziehen.

Fazit: Fenster nutzen, nicht auf noch tiefere Zinsen wetten

Die Hypothekarzinsen in der Schweiz sind so günstig wie seit einem Jahr nicht – doch die ersten Wende-Signale der Märkte mahnen, das Fenster nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten. Wer ohnehin finanzieren oder verlängern muss, findet derzeit ausgezeichnete Bedingungen vor. SmartLandlord.CH beobachtet die Zinsentwicklung laufend für Sie.