Analyse de marché

Immobilienkauf 2026: Selektivität entscheidet

Wolfgang Staufer3 min read09.07.2026, 00:00vor 3 Wochen
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Immobilienkauf 2026: Selektivität entscheidet

UBS warnt: 2026 trennt sich die Spreu vom Weizen am Immobilienmarkt. Welche Lagen und Objekte noch Wertzuwachs versprechen.

Immobilienkauf 2026: Warum Selektivität jetzt entscheidend ist

Wer 2026 in Schweizer Immobilien investieren möchte, sollte laut UBS deutlich selektiver vorgehen als in den vergangenen Jahren. Der Immobilienkauf 2026 steht unter neuen Vorzeichen: Nicht mehr der gesamte Markt steigt, sondern nur noch ausgewählte Lagen und Objekttypen versprechen soliden Wertzuwachs. Eigentümer und Investoren müssen ihre Strategie entsprechend anpassen.

Die Zeiten, in denen praktisch jede Immobilie in der Schweiz automatisch an Wert gewann, sind laut den UBS-Analysten vorbei. Die Marktdynamik differenziert sich zunehmend – regional, strukturell und nach Objektqualität.


Was UBS für den Schweizer Immobilienmarkt 2026 erwartet

UBS zeichnet in seiner aktuellen Markteinschätzung ein differenziertes Bild. Das grundsätzliche Fundament bleibt stabil: Bevölkerungswachstum, hohe Zuwanderung und ein strukturelles Angebotsdefizit stützen die Nachfrage weiterhin. Doch die Phase des breiten, flächendeckenden Preisanstiegs läuft aus.

Die Bank erwartet für 2026 ein Umfeld, in dem Lage, Objektqualität und Nutzungstyp stärker als je zuvor über Rendite und Wertzuwachs entscheiden. Investoren, die pauschal kaufen, riskieren Stagnation oder sogar Wertverluste – besonders in peripheren Regionen oder bei veralteten Objekten.

Zinsen bleiben ein Faktor

Auch wenn die Schweizerische Nationalbank die Leitzinsen gesenkt hat, bleibt das Zinsniveau im historischen Vergleich erhöht. Das dämpft die Kaufkraft von Eigenheimkäufern und beeinflusst die Bewertungsmodelle bei Renditeobjekten. UBS geht davon aus, dass sich dieser Druck selektiv auswirkt – teure Luxusobjekte in Toplagen können sich behaupten, während mittelpreisige Objekte an schlechteren Lagen unter Druck geraten.


Welche Lagen 2026 noch Wertzuwachs versprechen

Nicht alle Schweizer Immobilienregionen sind gleich. UBS identifiziert klare Gewinner- und Verliererregionen für das kommende Jahr.

Bevorzugte Lagen mit Potenzial:

  • Wirtschaftsstarke Zentren wie Zürich, Genf und Basel
  • Gut erschlossene Agglomerationsgemeinden mit ÖV-Anbindung
  • Touristisch gefragte Orte mit begrenztem Bauland (z. B. Engelberg, Davos, Zermatt)
  • Regionen mit positiver Bevölkerungsentwicklung und niedrigen Leerständen

Lagen mit erhöhtem Risiko:

  • Periphere Gemeinden mit sinkender Bevölkerungszahl
  • Regionen mit hohem Leerstand und schwacher Wirtschaftsstruktur
  • Lagen mit überdurchschnittlichem Neubauangebot ohne entsprechende Nachfrage

Die Botschaft ist klar: Mikrolagen werden 2026 wichtiger als je zuvor. Zwei Objekte im selben Kanton können sich völlig unterschiedlich entwickeln.


Welche Objekttypen bevorzugen?

Neben der Lage spielt auch die Objektart eine entscheidende Rolle. UBS empfiehlt, folgende Segmente besonders sorgfältig zu prüfen:

Wohnimmobilien

Kleinere Einheiten in städtischen Zentren bleiben gefragt – sowohl zur Eigennutzung als auch als Renditeobjekt. Die Nachfrage nach 2- und 3-Zimmerwohnungen ist strukturell hoch, getrieben durch Einpersonenhaushalte und internationale Zuzüger.

Renditeliegenschaften

Mehrfamilienhäuser in wirtschaftsstarken Gemeinden bleiben attraktiv, sofern sie energetisch auf dem neuesten Stand sind. Energetische Sanierungen werden zunehmend zum Werterhaltungsfaktor – Objekte ohne entsprechende Standards verlieren an Attraktivität für Mieter und Käufer.

Gewerbeimmobilien

Hier rät UBS zu besonderer Vorsicht. Der Strukturwandel im Detailhandel und die Verbreitung von Homeoffice belasten bestimmte Segmente. Ausnahmen bilden Logistikimmobilien und gut positionierte Büroflächen in zentralen Lagen.


Strategische Empfehlungen für Eigentümer und Investoren

Wer 2026 erfolgreich am Immobilienmarkt agieren will, sollte folgende Punkte beherzigen:

  • Standortanalyse vertiefen: Mikrolagen sorgfältig prüfen, nicht auf kantonale Durchschnittswerte verlassen
  • Objektqualität priorisieren: Energieeffizienz, Bauzustand und Grundriss als Kaufkriterien gewichten
  • Finanzierungsstruktur optimieren: Zinsrisiken mit gestaffelten Laufzeiten absichern
  • Leerstandsrisiken einkalkulieren: Besonders in peripheren Lagen realistische Annahmen treffen
  • Langfristperspektive wahren: Kurzfristige Preisschwankungen aushalten können

Fazit: Selektiv kaufen statt breit streuen

Der Schweizer Immobilienmarkt bleibt 2026 grundsätzlich attraktiv – aber er verzeiht Fehler weniger als früher. Selektivität beim Immobilienkauf ist keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. UBS liefert mit seiner Markteinschätzung eine klare Orientierung: Wer auf Qualität, Lage und Energieeffizienz setzt, wird auch 2026 Wertzuwachs erzielen. Wer pauschal kauft, riskiert Enttäuschungen.

Für Eigentümer und Investoren gilt: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das eigene Portfolio kritisch zu überprüfen und die Strategie für 2026 scharf zu stellen.

Quelle: UBS Immobilienmarktanalyse, ubs.com