Life Forestry Switzerland pleite: 200 Mio. Franken betroffen

Redaktion2 min read15.10.2026, 00:00gestern
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Life Forestry Switzerland pleite: 200 Mio. Franken betroffen

Die Schweizer Teakholz-Firma Life Forestry Switzerland ist bankrott. Rund 6000 Kunden in Europa hatten etwa 200 Millionen Franken investiert, die Nidwaldner Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Schweizer Firma Life Forestry Switzerland (LFS) ist bankrott. Das zeigt eine Recherche von Correctiv.Schweiz und SRF Rundschau. Rund 6000 Kunden in ganz Europa haben über das Unternehmen insgesamt etwa 200 Millionen Franken in Teakbäume in Costa Rica und Ecuador angelegt, darunter rund 800 Schweizerinnen und Schweizer.

Die Nidwaldner Staatsanwaltschaft bestätigt ein laufendes Verfahren gegen den Geschäftsführer Carl-Lambert Liesenberg. Es gab fünf Hausdurchsuchungen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der 62-Jährige lebt in der Zentralschweiz und ist seit 2017 Eigentümer und alleiniger Verwaltungsrat der LFS.

Das Geschäftsmodell

Kunden kauften junge Teakbäume und wurden damit Eigentümer. LFS sollte Unterhalt und Ernte übernehmen und erhielt dafür 15 Prozent des Verkaufserlöses. Den Anlegern wurden Jahresrenditen von bis zu zwölf Prozent in Aussicht gestellt.

Die Bäume existieren, wie die Recherche zeigt. Sie gehören in Costa Rica aber nicht der LFS, sondern zwei lokalen Firmen. Liesenberg sitzt im Verwaltungsrat der einen, die andere führt ein Geschäftspartner.

Wohin das Geld ging

Die Anlegergelder flossen nicht nur an diese beiden Firmen. In der Abschlussbilanz der LFS für 2023 fanden die Rechercheure Darlehen von 25 Millionen Franken. Sie gingen an andere Unternehmen Liesenbergs in der Schweiz und in Tansania sowie an Geschäftspartner in Ecuador. 3,6 Millionen Franken erhielt Liesenberg persönlich.

Position des Geschäftsführers

Liesenberg wehrt sich in einer Medienmitteilung. Die Kunden seien weiterhin Eigentümer der Bäume und hätten ihr Geld daher nicht verloren. Von der Insolvenz seien nur Bewirtschaftung, Ernte und Verkauf betroffen. Niemand sei zu Schaden gekommen, alle Verpflichtungen würden eingehalten. Rund 4000 Kunden hätten neue Verträge mit einem seiner früheren Mitarbeiter abgeschlossen, der nun die Bewirtschaftung übernehme.

Die meisten LFS-Kunden leben in Deutschland. Dort beschäftigte sich die Justiz mehrfach mit der Firma. 2025 urteilte das Landgericht Frankfurt an der Oder, das Geschäftsmodell sei von Anfang an auf Täuschung und Schädigung der Kunden ausgelegt gewesen.

Was heisst das für Vermieter?

Der Fall zeigt, wie wenig Renditeversprechen von bis zu zwölf Prozent bei Alternativanlagen über die tatsächliche Sicherheit aussagen. Wer ein Objekt besitzt, das er nicht selbst verwaltet, sollte Eigentum, Zahlungsflüsse und Verwalter getrennt prüfen. Bei Schweizer Mietliegenschaften lässt sich die Rendite mit nüchternen Kennzahlen nachrechnen, bevor Geld fliesst.

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