ZKB: Leerstand im Kanton Zürich steigt auf 0,52 Prozent

Die Zürcher Kantonalbank sieht im Kanton Zürich erste Entspannungssignale am Wohnungsmarkt, doch in der Stadt Zürich bleibt das Angebot sehr knapp.
Die Leerwohnungsziffer im Kanton Zürich ist von 0,48 auf 0,52 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Analyse der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hervor, die sich auf die Erhebung des Bundesamts für Statistik per 1. Juni 2026 stützt. Die ZKB spricht von ersten, noch begrenzten Entspannungssignalen.
Die Entspannung zeigt sich vor allem in der Agglomeration. In der Stadt Zürich bleibt die Leerwohnungsziffer auf sehr tiefem Niveau, von einer Entwarnung kann dort nicht die Rede sein.
Mehr Neubauten, weniger Zuwanderung
Für 2026 erwartet die ZKB im Kanton Zürich rund 8500 neu erstellte Wohnungen, etwa 300 mehr als im Vorjahr. Die Zahl leerstehender Mietwohnungen soll von rund 2900 im Jahr 2025 auf 3500 im Jahr 2027 steigen. Gleichzeitig liegt die Nettozuwanderung 2026 deutlich unter den Höchstwerten der Vorjahre, was den zusätzlichen Wohnraumbedarf dämpft.
Angebotsmieten wachsen nur noch um 1,5 Prozent
Die Angebotsmieten in der Stadt Zürich legen aktuell um rund 1,5 Prozent zu. In früheren Jahren lagen die jährlichen Wachstumsraten zeitweise über 10 Prozent. Die ZKB rechnet weiterhin mit steigenden Bruttomieten, allerdings weniger stark als zuletzt. Sie sieht darin den möglichen Auftakt zu einer Trendwende, nicht die vollständige Marktentspannung.
Bei den Eigenheimen stiegen die Zürcher Preise im dritten Quartal 2026 um 1,6 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die ZKB rund 2,5 Prozent, für 2027 rund 2,0 Prozent.
Referenzzinssatz bleibt bei 1,25 Prozent
Der mietrechtlich relevante hypothekarische Referenzzinssatz liegt seit dem 2. September 2025 bei 1,25 Prozent und wurde am 2. September 2026 unverändert bestätigt. Die ZKB erwartet später eine Erhöhung auf etwa 1,5 bis 1,75 Prozent.
Was heisst das für Vermieter?
In der Stadt Zürich bleibt die Vermietbarkeit stark. In der Agglomeration müssen Vermieter bei Neuvermietungen mit längeren Vermarktungszeiten und mehr Preisvergleich auf Homegate und ImmoScout24.ch rechnen. Inseratspreise sollten sich stärker an Mikrolage, Zustand, Ausstattung und Konkurrenzangeboten orientieren, besonders bei durchschnittlichen oder peripheren Objekten.
Angebotsmieten sind Marktindikatoren, aber keine Grundlage für Erhöhungen in laufenden Mietverhältnissen. Dort gelten die Vorgaben des Obligationenrechts und das amtliche Formular für Mietzinsanpassungen. Eine spätere Anhebung des Referenzzinssatzes würde Finanzierungskosten und mögliche Mietzinsanpassungen wieder stärker in den Fokus rücken.
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