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Logistikimmobilien 2026: Warum Lagerhallen boomen

Wolfgang Staufer3 min read16.07.2026, 00:00vor 2 Wochen
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Logistikimmobilien 2026: Warum Lagerhallen boomen

Lagerhallen überholen Büros als Investitionsziel. Was steckt hinter dem Boom der Logistikimmobilien – und was bedeutet das für Schweizer Eigentümer?

Logistikimmobilien auf dem Vormarsch

Logistikimmobilien gehören 2026 zu den heissesten Anlageklassen auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Was lange als unattraktives Randphänomen galt – schlichte Lagerhallen am Stadtrand – zieht heute institutionelle Investoren, Family Offices und private Eigentümer gleichermassen an. Der Treiber hinter diesem Wandel ist klar: der rasant wachsende Onlinehandel.

Laut einer aktuellen SRF-Analyse sind Logistikgebäude, die noch vor wenigen Jahren kaum Beachtung fanden, plötzlich begehrter als manches Bürogebäude in der Innenstadt. Dieser Strukturwandel bietet für Schweizer Immobilieneigentümer konkrete Chancen – vorausgesetzt, man erkennt sie rechtzeitig.


Warum der Onlinehandel Logistikimmobilien antreibt

Der E-Commerce-Boom hat die Lieferketten grundlegend verändert. Händler benötigen grosse, gut erschlossene Lager- und Verteilflächen, um Bestellungen innerhalb von 24 Stunden ausliefern zu können. Das treibt die Nachfrage nach Logistikflächen in die Höhe – und das Angebot kann kaum mithalten.

In der Schweiz kommt erschwerend hinzu, dass Bauland knapp und teuer ist. Bestehende Lagerhallen in verkehrsgünstiger Lage werden dadurch zum raren Gut. Wer eine solche Liegenschaft besitzt, sitzt buchstäblich auf einem Schatz.


Büros verlieren, Lager gewinnen

Der Vergleich mit Büroimmobilien fällt deutlich aus. Büroflächen kämpfen seit der Pandemie mit strukturellem Leerstand: Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle haben den Flächenbedarf dauerhaft reduziert. Viele Unternehmen verkleinern ihre Büropräsenz oder geben Stockwerke ganz auf.

Logistikflächen zeigen das genaue Gegenteil:

  • Tiefe Leerstandsquoten in verkehrsnahen Lagen
  • Steigende Mietpreise bei Neuabschlüssen
  • Hohe Investorennachfrage seitens institutioneller Anleger
  • Langfristige Mietverträge mit bonitätsstarken Onlinehändlern
  • Geringe Umbaukosten im Vergleich zu anderen Gewerbeimmobilien

Diese Kombination macht Logistikimmobilien für renditeorientierte Anleger besonders attraktiv.


Umnutzung als Strategie: Chancen für bestehende Eigentümer

Nicht nur Besitzer klassischer Lagerhallen profitieren. Auch Eigentümer von älteren Gewerbeimmobilien, Industriegebäuden oder grossvolumigen Liegenschaften sollten eine Umnutzung zu Logistikzwecken ernsthaft prüfen.

Was spricht für eine Umnutzung?

Eine Umnutzung kann vergleichsweise schnell und kostengünstig umgesetzt werden, wenn die baulichen Voraussetzungen stimmen: ausreichende Deckenhöhe, ebene Zufahrten und gute Anbindung an das Strassennetz. In solchen Fällen sind Investitionen von wenigen Hunderttausend Franken oft ausreichend, um eine Liegenschaft marktfähig zu machen.

Gleichzeitig sind die erzielbaren Nettomietrenditen für Logistikflächen in der Deutschschweiz laut Marktbeobachtern 2026 teils höher als bei vergleichbaren Büro- oder Retailobjekten. Das macht die Umnutzungsstrategie auch aus einer Cashflow-Perspektive interessant.

Worauf muss man achten?

  • Zonenkonformität prüfen: Nicht jede Industriezone erlaubt Logistiknutzung ohne Anpassung
  • Lärmschutz und Nachtbetrieb: Logistiker arbeiten oft rund um die Uhr
  • LKW-Zufahrt und Wendeflächen: Entscheidend für die Nutzbarkeit
  • Energieeffizienz: Grosse Hallen verursachen hohe Betriebskosten – Solaranlagen auf dem Dach werden zunehmend zum Standard

Investitionsstrategie: Was bedeutet das für Anleger?

Für Immobilieninvestoren, die ihr Portfolio neu ausrichten oder diversifizieren möchten, lohnt ein genauerer Blick auf Gewerbeimmobilien mit Logistikpotenzial. Die Nachfrage ist strukturell bedingt – der Onlinehandel wird weiter wachsen, und die physische Infrastruktur muss mithalten.

Drei konkrete Handlungsoptionen für 2026

  1. Bestandsobjekte prüfen: Eigene Liegenschaften auf Umnutzungspotenzial evaluieren lassen
  2. Zukauf von Logistikflächen: Gezielt nach unterbewerteten Industrie- und Lagerliegenschaften suchen
  3. Indirekte Anlage: Über Immobilienfonds mit Logistikschwerpunkt an der Entwicklung partizipieren

Wer frühzeitig handelt, kann von der noch laufenden Neubewertung dieser Anlageklasse profitieren. Der Markt hat die strukturelle Attraktivität von Logistikimmobilien erkannt – die Preise werden weiter steigen.


Fazit: Verstaubte Lagerhallen, glänzende Renditen

Der Wandel ist real und messbar. Logistikimmobilien sind 2026 keine Nische mehr – sie sind eine vollwertige Anlageklasse mit stabilen Cashflows und strukturell hoher Nachfrage. Für Schweizer Immobilieneigentümer bedeutet das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die eigene Anlagestrategie zu überdenken und Logistikflächen als ernstzunehmende Option in die Portfolioplanung einzubeziehen.

Quelle: SRF – Wenn verstaubte Logistikgebäude plötzlich wieder gefragt sind