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Plug-in-Hybride 2026: Was Vermieter wissen müssen

Wolfgang Staufer4 min read18.07.2026, 00:00letzte Woche
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Plug-in-Hybride 2026: Was Vermieter wissen müssen

Eine Empa-Studie zeigt: PHEVs erfüllen ihr Öko-Versprechen oft nicht. Für Vermieter mit E-Mobilitäts-Infrastruktur hat das direkte Konsequenzen.

Plug-in-Hybride Vermieter: Warum die Empa-Studie 2026 aufhorchen lässt

Plug-in-Hybride gelten seit Jahren als smarter Kompromiss zwischen Verbrenner und Elektroauto. Doch eine aktuelle Empa-Studie vom Juli 2026 zeigt: PHEVs fahren im Alltag deutlich häufiger mit Benzin als im elektrischen Modus – und verfehlen damit ihre beworbenen Klimaziele erheblich. Für Vermieter, die gerade eine Ladeinfrastruktur für ihre Mieter planen oder eine Fahrzeugflotte für ihre Liegenschaften betreiben, sind diese Erkenntnisse hochrelevant.

Was die Empa-Studie zu PHEVs wirklich zeigt

Die Empa – die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt – hat in ihrer aktuellen Untersuchung reale Fahrdaten von Plug-in-Hybriden ausgewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Der elektrische Anteil am tatsächlich gefahrenen Weg liegt im Durchschnitt weit unter den Herstellerversprechen.

Besonders problematisch: Viele PHEV-Fahrer laden ihr Fahrzeug schlicht zu selten auf. Wer nicht regelmäßig Zugang zu einer Ladelösung hat – sei es zu Hause oder am Arbeitsplatz – fährt de facto einen Verbrenner mit erhöhtem Leergewicht. Das erhöht den CO₂-Ausstoß gegenüber konventionellen Fahrzeugen sogar.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie auf einen Blick

  • PHEVs werden im Alltag zu einem großen Teil im Verbrennermodus gefahren
  • Fehlende oder unbequeme Lademöglichkeiten sind ein Hauptgrund für seltenes Laden
  • Der reale CO₂-Ausstoß liegt deutlich über offiziellen Testwerten
  • Unternehmen und Liegenschaftseigentümer mit PHEV-Flotten verfehlen oft ihre Klimaziele
  • Die Lücke zwischen Labordaten und Realverbrauch ist bei PHEVs größer als bei reinen Elektroautos

Was das für Vermieter und Liegenschaftseigentümer bedeutet

Für Vermieter, die in den nächsten Monaten eine E-Mobilitäts-Infrastruktur installieren oder erweitern möchten, stellt sich nun eine neue Frage: Lohnt es sich, Lademöglichkeiten speziell auf PHEVs auszurichten – oder sollte man konsequent auf reine Elektrofahrzeuge setzen?

Die Empa-Daten legen nahe, dass Ladeinfrastruktur nur dann ihren vollen Nutzen entfaltet, wenn sie auch regelmäßig genutzt wird. Wer Mietern einen Ladepunkt anbietet, hat jedoch keine Kontrolle darüber, ob diese Mieter tatsächlich laden – oder ob sie ihren PHEV fast ausschließlich mit Benzin betreiben.

Konkrete Auswirkungen auf Ihre Liegenschaftsstrategie

Ladelösungen für Mieter sind weiterhin sinnvoll, aber die Erwartungen sollten realistisch sein. Wer als Vermieter mit dem Argument „klimafreundliche Mobilität" wirbt und dafür in eine Ladeinfrastruktur investiert, muss wissen: Bei PHEV-Fahrern verpufft dieser Effekt teilweise.

Folgende Überlegungen sind jetzt besonders wichtig:

  • Zielgruppenanalyse: Welche Fahrzeuge fahren Ihre aktuellen und künftigen Mieter?
  • Investitionsplanung: Reicht ein einfacher Typ-2-Ladepunkt, oder braucht es schnellere AC-Ladung?
  • Kommunikation: Wie fördern Sie als Vermieter aktiv das Ladeverhalten Ihrer Mieter?
  • Flottenstrategie: Falls Sie selbst Fahrzeuge für Ihre Liegenschaft betreiben – lohnt ein Umstieg auf reine Elektrofahrzeuge?

Ladeinfrastruktur als Vermietungsargument – aber mit Bedacht

Trotz der kritischen Studienergebnisse bleibt Ladeinfrastruktur ein wichtiges Argument im Wettbewerb um zahlungskräftige Mieter. Gerade in urbanen Lagen der Schweiz steigt die Nachfrage nach Ladepunkten kontinuierlich. Die Empa-Studie ändert nichts daran, dass Elektromobilität insgesamt wächst – sie zeigt aber, dass die Technologiewahl entscheidend ist.

Vermieter, die jetzt investieren, sollten auf skalierbare Systeme setzen, die sowohl für PHEVs als auch für reine Elektroautos geeignet sind. Smart-Charging-Lösungen mit Lastmanagement sind dabei besonders empfehlenswert: Sie ermöglichen mehreren Mietern gleichzeitiges Laden, ohne die Hausinstallation zu überlasten.

Empfehlungen für Vermieter in 2026

Wenn Sie als Eigentümer Ihre Lademöglichkeiten jetzt aufbauen oder überarbeiten:

  • Setzen Sie auf herstellerunabhängige Ladesysteme mit offenem Standard (OCPP)
  • Planen Sie von Anfang an für reine Elektrofahrzeuge, nicht nur für PHEVs
  • Kommunizieren Sie transparent mit Mietern über den tatsächlichen Nutzen
  • Prüfen Sie Fördergelder – die Schweiz unterstützt den Aufbau privater Ladeinfrastruktur

Fazit: Realismus statt Greenwashing

Die Empa-Studie 2026 ist ein Weckruf – nicht gegen Elektromobilität, sondern gegen blinden Technologieoptimismus. Plug-in-Hybride sind keine verlässliche Grundlage für eine nachhaltige Ladeinfrastrukturstrategie. Wer als Vermieter wirklich einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten und gleichzeitig attraktive Mietangebote schaffen will, sollte konsequent auf reine Elektrofahrzeuge und eine gut geplante, skalierbare Ladelösung setzen. Die Investition lohnt sich – wenn sie auf den richtigen Grundlagen basiert.