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Säule 3a 2026: So starten Junge in die Vorsorge

Wolfgang Staufer4 min read05.08.2026, 00:00vor 2 Wochen
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Säule 3a 2026: So starten Junge in die Vorsorge

Wer früh mit der Säule 3a beginnt, spart Steuern und baut Eigenkapital für Wohneigentum auf. Wie Berufseinsteiger 2026 optimal starten.

Säule 3a 2026: Warum der frühe Start entscheidet

Die Säule 3a ist das mächtigste Vorsorge- und Sparvehikel, das Berufseinsteiger in der Schweiz nutzen können. Wer im Jahr 2026 mit dem ersten Lohn auch gleich ein 3a-Konto eröffnet, profitiert doppelt: von der sofortigen Steuerersparnis und vom langfristigen Zinseszinseffekt. Gerade für zukünftige Immobilienkäufer ist die private Vorsorge ein nicht zu unterschätzender Finanzierungsbaustein.

Der Zinseszins als stiller Mitarbeiter

Zeit ist beim Vorsorgen die wichtigste Ressource. Wer mit 22 Jahren beginnt, einzuzahlen, hat gegenüber jemandem, der erst mit 32 startet, einen Vorsprung von zehn Sparjahren – und damit eine erheblich höhere Endsumme, selbst bei identischen Jahresbeiträgen. Der Zinseszinseffekt arbeitet dabei unaufhörlich im Hintergrund und multipliziert jeden früh gesparten Franken.

Maximalbetrag und Steuerersparnis 2026

Im Jahr 2026 können Angestellte mit Pensionskasse bis zu 7'258 Franken pro Jahr in die Säule 3a einzahlen. Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse dürfen bis zu 20 Prozent des Nettoeinkommens, maximal jedoch 36'288 Franken, einzahlen. Jeder einbezahlte Franken reduziert das steuerbare Einkommen – und das ab dem allerersten Franken.

Die genaue Steuerersparnis hängt vom Wohnkanton und Einkommen ab, beträgt aber für viele Berufseinsteiger zwischen 200 und 800 Franken pro Jahr. Bereits dieser Betrag deckt häufig die Kosten einer Jahresgebühr oder amortisiert sich als direkter Renditebonus.

Konto oder Wertschriften – was passt für Junge?

Berufseinsteiger haben grundsätzlich zwei Optionen:

  • 3a-Sparkonto: Sichere, verzinsliche Anlage mit garantierter Einlage. Ideal für sehr kurzfristige Ziele oder risikoscheue Anleger.
  • 3a-Wertschriftenlösung: Anlage in Aktienfonds oder ETFs. Höhere langfristige Rendite, aber mit Kursschwankungen verbunden.
  • Gemischte Strategie: Mehrere 3a-Konten bei verschiedenen Anbietern – das erhöht die Flexibilität beim späteren Bezug.
  • Digitale Anbieter (Fintech): Anbieter wie Frankly, VIAC oder finpension bieten günstige, volldigitale 3a-Lösungen mit hohem Aktienanteil.

Für Berufseinsteiger mit einem langen Anlagehorizont von 20 oder mehr Jahren empfehlen Finanzexperten in der Regel eine aktienbasierte 3a-Lösung, da kurzfristige Wertschwankungen langfristig ausgeglichen werden.

Säule 3a als Finanzierungsbaustein für Wohneigentum

Einer der grössten Vorteile der Säule 3a für zukünftige Immobilienkäufer: Das angesparte Kapital kann für den Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum vorbezogen oder verpfändet werden. Schweizer Banken akzeptieren Säule-3a-Guthaben als anrechenbare Eigenmittel bei der Hypothekarfinanzierung.

Für eine Immobilienfinanzierung benötigen Käufer in der Schweiz mindestens 20 Prozent Eigenkapital, wovon mindestens 10 Prozent aus «hartem» Eigenkapital – also nicht aus der Pensionskasse – stammen müssen. Hier kommt die Säule 3a ins Spiel: Vorbezüge aus dem 3a-Konto zählen als hartes Eigenkapital und können die notwendige Eigenkapitalschwelle entscheidend senken.

So funktioniert der Vorbezug fürs Eigenheim

Der Vorbezug ist möglich, wenn das Objekt selbst bewohnt wird. Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

  • Der Vorbezug muss spätestens drei Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter beantragt werden.
  • Das gesamte Guthaben eines einzelnen 3a-Kontos muss auf einmal bezogen werden – kein Teilbezug.
  • Vorbezüge werden mit einer separaten Vorsorgeleistungssteuer besteuert, die jedoch tiefer ausfällt als die normale Einkommenssteuer.
  • Eine Rückzahlung des vorbezogenen Betrags ist möglich, erhöht aber wieder das steuerbare Vermögen.

Darum ist die Strategie, mehrere 3a-Konten zu führen, besonders clever: Sie ermöglicht es, beim Hauskauf nur ein Konto zu beziehen und den Rest weiter wachsen zu lassen.

Praktische Tipps für den Start 2026

Wer jetzt als Berufseinsteiger loslegen möchte, sollte folgende Schritte beherzigen:

  • Sofort starten: Auch ein kleiner monatlicher Betrag von 100 Franken zahlt sich über Jahre erheblich aus.
  • Anbieter vergleichen: Gebühren und Anlagestrategien unterscheiden sich teils stark – ein Vergleich lohnt sich.
  • Mehrere Konten eröffnen: Verteile das Kapital auf zwei bis drei Konten für maximale Flexibilität beim Bezug.
  • Steuererklärung nicht vergessen: Die Einzahlungen müssen aktiv in der Steuererklärung geltend gemacht werden.
  • Jährlich einzahlen: Nicht genutzte 3a-Beiträge können heute noch nicht ins Folgejahr übertragen werden – also konsequent jährlich einzahlen.

Fazit: Früh einzahlen, doppelt profitieren

Die Säule 3a ist 2026 einer der effizientesten Wege für Berufseinsteiger, gleichzeitig Steuern zu sparen und gezielt Eigenkapital für ein späteres Eigenheim aufzubauen. Wer früh und konsequent einzahlt, schafft sich einen erheblichen Vorsprung auf dem Weg zur eigenen Immobilie in der Schweiz.