Strompreise 2026: Axpo warnt vor Wasserkraft-Rückgang

Axpo schlägt Alarm: Sinkende Wasserkraftproduktion droht Strompreise 2026 zu treiben – mit direkten Folgen für Nebenkosten und Sanierungsentscheide.
Axpo warnt: Wasserkraftproduktion unter Druck – Strompreise 2026 könnten steigen
Der Schweizer Energieriese Axpo hat am 4. August 2026 öffentlich vor einem starken Rückgang der Wasserkraftproduktion gewarnt. Verschärfte Umweltschutzauflagen zwingen Betreiber, Restwassermengen in Flüssen zu erhöhen und Turbinenlaufzeiten zu reduzieren. Die Folge: Weniger einheimischer Ökostrom – und damit möglicherweise deutlich höhere Strompreise 2026 für Haushalte und Liegenschaften.
Für Vermieter und Immobilieneigentümer ist diese Entwicklung alles andere als abstrakt. Steigende Energiekosten schlagen direkt auf die Nebenkosten durch, belasten das Mieter-Vermieter-Verhältnis und stellen bisherige Investitionsentscheide infrage.
Was steckt hinter dem Wasserkraft-Rückgang?
Die Schweiz deckt rund 60 Prozent ihres Stroms aus Wasserkraft. Axpo, als einer der grössten Wasserkraftproduzenten des Landes, spürt den Druck besonders stark. Neue Restwasservorschriften, die im Rahmen des revidierten Gewässerschutzgesetzes gelten, reduzieren die nutzbare Wassermenge an zahlreichen Staustufen und Laufkraftwerken.
Laut Axpo könnten dadurch mittelfristig mehrere Terawattstunden Jahresproduktion wegfallen. Das entspricht dem Jahresstrombedarf von Hunderttausenden Schweizer Haushalten. Die Lücke müsste durch teurere Importe oder andere Quellen gedeckt werden – beides treibt die Grosshandelspreise nach oben.
Direkte Folgen für Nebenkosten und Mietverhältnisse
Steigende Strompreise treffen Vermieter auf zwei Ebenen:
- Direkte Nebenkosten: Elektrisch betriebene Allgemeinstrom-Einrichtungen wie Treppenhaus-Beleuchtung, Lift, Tiefgaragenbelüftung oder Waschmaschinen verteuern sich.
- Heizkosten bei Wärmepumpen: Liegenschaften, die bereits auf elektrische Wärmepumpen umgestellt haben, sind bei einem Strompreisanstieg unmittelbar betroffen.
- Abrechnung gegenüber Mietern: Höhere Nebenkosten können zu Konflikten führen, wenn Mieter die Kostensteigerung nicht nachvollziehen können.
- Attraktivitätsverlust: Liegenschaften mit hohem Stromverbrauch verlieren im Vergleich zu energieeffizienten Objekten an Marktattraktivität.
Wer als Vermieter die Nebenkostenabrechnung heute noch nicht detailliert aufschlüsselt, sollte dies spätestens jetzt nachholen – Transparenz schützt vor rechtlichen Auseinandersetzungen.
Sanierungsentscheide neu bewerten: PV und Wärmepumpe
Die Axpo-Warnung verändert die Wirtschaftlichkeitsrechnung für zwei der häufigsten Sanierungsmassnahmen fundamental:
Photovoltaik – jetzt attraktiver denn je
Eine Photovoltaikanlage (PV) auf dem Dach wird durch höhere Strompreise rentabler. Je teurer der Netzstrom, desto wertvoller ist jede selbst produzierte Kilowattstunde. Wer heute in PV investiert, sichert sich langfristig günstige Eigenproduktion und reduziert die Abhängigkeit vom Netz.
Für Mehrfamilienhäuser bietet das Modell des Eigenverbrauchs in Gemeinschaft (ZEV) zusätzliche Vorteile: Mieter profitieren direkt vom günstigen Solarstrom, was die Nebenkostenabrechnung entlastet und die Vermietbarkeit steigert.
Wärmepumpe – Kalkulation sorgfältig überprüfen
Bei der Wärmepumpe ist die Situation differenzierter. Steigende Strompreise erhöhen die laufenden Betriebskosten. Wer plant, von einer Öl- oder Gasheizung auf eine Wärmepumpe umzusteigen, sollte die Wirtschaftlichkeitsrechnung mit aktuellen Strompreisszenarien für 2026 und darüber hinaus neu kalkulieren.
Empfehlung: Kombination aus PV-Anlage und Wärmepumpe prüfen. Die Eigenstromversorgung dämpft den Einfluss steigender Netzstrompreise erheblich.
Was Vermieter und Eigentümer jetzt tun sollten
Die Entwicklung bei Axpo und der Wasserkraft ist kein kurzfristiger Ausreisser, sondern ein strukturelles Signal. Umweltschutzauflagen werden eher zu- als abnehmen. Eigentümer sollten deshalb:
- Den aktuellen Energieverbrauch ihrer Liegenschaften analysieren und Einsparpotenziale identifizieren
- Förderprogramme für PV und energetische Sanierungen auf Bundes- und Kantonsebene prüfen (z. B. Gebäudeprogramm)
- Langfristige Stromlieferverträge oder Herkunftsnachweise evaluieren
- Die Nebenkostenabrechnung auf Transparenz und rechtliche Konformität prüfen
- Sanierungsfahrpläne mit unabhängigen Energieberatern erstellen lassen
Fazit: Strukturelle Strompreis-Risiken aktiv managen
Die Warnung von Axpo vor sinkender Wasserkraftproduktion ist ein Weckruf für die Schweizer Immobilienbranche. Wer als Vermieter oder Eigentümer jetzt handelt – sei es durch PV-Investitionen, eine optimierte Nebenkostenstruktur oder einen vorausschauenden Sanierungsplan – stärkt langfristig die Wirtschaftlichkeit seiner Liegenschaften.
Strompreise 2026 könnten erst der Anfang einer länger anhaltenden Hochpreisphase sein. Die richtigen Massnahmen heute schützen sowohl den Cashflow als auch die Attraktivität Ihrer Immobilien morgen.
Quelle: NZZ, 04.08.2026
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