UBS Bubble Index steigt: Eigenheime werden wieder teurer

Der UBS Real Estate Bubble Index klettert im ersten Quartal 2026 von 0,46 auf 0,69 Punkte. Das Oberengadin gilt neu als Hochrisiko-Region.
Der Schweizer Eigenheimmarkt gewinnt wieder deutlich an Dynamik – so deutlich, dass die Risikoindikatoren anschlagen. Der UBS Bubble Index für den Schweizer Immobilienmarkt ist im ersten Quartal 2026 von 0,46 auf 0,69 Punkte gestiegen – bereits der zweite kräftige Anstieg in Folge. Von einer akuten Blase spricht die Grossbank nicht, das Risiko gilt weiterhin als moderat. Doch die Richtung ist eindeutig: Preise und Verschuldung ziehen wieder an.
UBS Bubble Index: Was hinter dem Anstieg steckt
Der Index bündelt mehrere Kennzahlen – darunter das Verhältnis von Kaufpreisen zu Mieten und Einkommen, die Hypothekarverschuldung und die Bauaktivität. Getrieben wird der aktuelle Anstieg vor allem von zwei Faktoren: Die Eigenheimpreise legten binnen Jahresfrist um rund 3,5 Prozent zu, und das Hypothekarvolumen wächst mit etwa 3,3 Prozent wieder spürbar schneller als in den Vorjahren.
Die Ursachen sind bekannt: Tiefe Hypothekarzinsen nahe den Jahrestiefstständen, eine robuste Zuwanderung und ein knappes Angebot treiben die Nachfrage. Gleichzeitig hinkt die Bauproduktion dem Bedarf weiter hinterher – eine Konstellation, die Preise strukturell stützt, aber eben auch Überhitzungsrisiken nährt.
Oberengadin neu in der Hochrisiko-Zone
Besonders auffällig ist die regionale Entwicklung: Das Oberengadin stuft die UBS neu als Hochrisiko-Region ein. Die wichtigsten regionalen Befunde:
- Tourismus-Hotspots wie das Oberengadin zeigen die stärkste Preisdynamik – getrieben von Zweitwohnungsnachfrage und extrem knappem Angebot
- Die Grossräume Zürich, Zug und Genfersee bleiben hoch bewertet
- In ländlichen Regionen ausserhalb der Zentren ist die Bewertung weiterhin deutlich moderater
Für Käufer in den Hotspot-Regionen heisst das: Die Preise enthalten dort inzwischen eine spürbare Knappheits- und Erwartungsprämie. Wer dort kauft, sollte längere Haltedauern einplanen und Preisrücksetzer verkraften können.
Einordnung: Aufschwung ja, Alarmstufe nein
Wichtig ist die Relation: Mit 0,69 Punkten liegt der Index klar unter den Werten, die in früheren Überhitzungsphasen erreicht wurden. Die Tragbarkeitsregeln der Banken – kalkulatorischer Zins von fünf Prozent, maximale Belehnung von 80 Prozent – wirken weiterhin als Bremse gegen exzessive Verschuldung. Von den Verhältnissen der frühen Neunzigerjahre, als eine Immobilienkrise die Schweiz erschütterte, ist der Markt strukturell weit entfernt.
Für Eigentümer ist der Indexanstieg dennoch ein Signal, die eigene Situation zu prüfen. Wer Wertsteigerungen der letzten Jahre realisieren will, findet aktuell ein verkäuferfreundliches Umfeld vor – hohe Nachfrage, wenig Angebot, tiefe Finanzierungskosten auf Käuferseite. Wer hält, sollte die Belehnung im Auge behalten: Steigende Bewertungen verbessern zwar die Quote auf dem Papier, doch bei einem Rücksetzer kann sich das rasch umkehren.
Fazit: Dynamik nutzen, Risiken nüchtern bewerten
Der Anstieg des UBS Bubble Index von 0,46 auf 0,69 Punkte zeigt: Der Schweizer Eigenheimmarkt hat wieder Fahrt aufgenommen – regional bis an die Grenze zur Überhitzung, insgesamt aber noch im moderaten Bereich. Käufer sollten in Hotspot-Regionen besonders sorgfältig kalkulieren, Eigentümer können die starke Nachfrage strategisch nutzen. SmartLandlord.CH verfolgt die Bewertungsindikatoren weiter für Sie.
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