Angebotsmieten sinken erstmals seit fünf Jahren – Tessin führt

Redaktion2 min read16.09.2026, 00:00vor 2 Wochen
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Angebotsmieten sinken erstmals seit fünf Jahren – Tessin führt

In der Schweiz sind die Angebotsmieten erstmals seit fünf Jahren rückläufig, wobei das Tessin mit einem Minus von 10,9 Prozent besonders stark abfällt.

Die Angebotsmieten in der Schweiz sind zwischen Juli 2025 und Juni 2026 um 1,7 Prozent gesunken – der erste Rückgang im Jahresvergleich seit fünf Jahren. Im Vorjahreszeitraum hatten die Mieten noch um 2,4 Prozent zugelegt, wie aus aktuellen Marktdaten hervorgeht.

Besonders deutlich fällt der Rückgang im Tessin aus: Dort sanken die Angebotsmieten um 10,9 Prozent und liegen damit wieder auf dem Niveau von 2022/23. In 15 Kantonen zeigte sich im Juli 2026 ebenfalls eine rückläufige Tendenz. Der gesamtschweizerische Angebotsmieten-Index lag im selben Monat bei 134 Punkten und blieb gegenüber dem Vormonat unverändert.

Das Bild bleibt regional gespalten. Während sich der Markt in einigen Kantonen abkühlt, ziehen die Mieten anderswo weiter an oder stagnieren auf hohem Niveau. Ein landesweiter Trend nach unten lässt sich daraus nicht ableiten – die Zahlen zeigen vor allem, dass sich die Dynamik der vergangenen Jahre in einzelnen Regionen umkehrt.

Für bestehende Mietverhältnisse bleibt der Referenzzinssatz der entscheidende Hebel. Er verharrt seit dem 2. September 2025 bei 1,25 Prozent und wurde am 2. März 2026 erneut bestätigt. Von diesem Faktor geht damit derzeit kein neuer Anpassungsdruck aus – weder nach oben noch nach unten. Ein Viertelprozentpunkt beim Referenzzinssatz entspricht üblicherweise einem Anpassungsanspruch von rund 2,91 Prozent des Nettomietzinses, vorbehaltlich individueller Kosten- und Teuerungsfaktoren.

Wichtig für die Praxis: Sinkt der für einen Vertrag massgebliche Referenzzinssatz künftig unter den bei Vertragsabschluss geltenden Wert, können Mieter eine Senkung verlangen. Das geschieht nicht automatisch, sondern muss schriftlich eingefordert werden. Der Vermieter hat danach 30 Tage Zeit, um zu reagieren. Massgeblich ist stets der Referenzzinssatz zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses oder der letzten Mietzinsanpassung, mitgeteilt über das amtliche Formular.

Was heisst das für Vermieter?

Wer im Tessin oder in anderen Kantonen mit rückläufigen Angebotsmieten neu vermietet, muss mit tieferen Erwartungen bei Neuvermietungen rechnen und sollte die eigene Preiskalkulation an der aktuellen Marktlage ausrichten. Bei laufenden Verträgen bleibt der Referenzzinssatz von 1,25 Prozent vorerst stabil, was weder Erhöhungen noch Senkungen aus diesem Faktor auslöst. Vermieter sollten trotzdem die Vertragsgrundlagen, den geltenden Referenzzinssatz und allfällige Teuerungs- oder Kostenanpassungen sauber dokumentiert halten, um bei künftigen Änderungen rechtssicher reagieren zu können.