Basel III: Studie warnt vor Finanzierungslücke bis 24 Mrd.

Redaktion2 min read03.09.2026, 00:00vor 3 Wochen
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Basel III: Studie warnt vor Finanzierungslücke bis 24 Mrd.

Eine Studie von MoneyPark und der Hochschule Luzern beziffert die durch Basel III drohende jährliche Finanzierungslücke auf bis zu 24 Milliarden Franken.

MoneyPark und die Hochschule Luzern beziffern in einer aktuellen Studie die durch die Schweizer Basel-III-Umsetzung drohende Finanzierungslücke auf 12 bis 24 Mrd. Franken pro Jahr. Bei voller theoretischer Mehrbelastung der betroffenen Segmente könnten sogar rund 48 Mrd. Franken jährlich zusammenkommen, wie Moneycab berichtet.

Hintergrund ist die seit 1. Januar 2025 geltende finale Basel-III-Regulierung in der Schweiz, umgesetzt über die revidierte Eigenmittelverordnung (ERV) und entsprechende FINMA-Vorgaben. Sie verändert, wie Banken Immobilienkredite mit Eigenkapital unterlegen müssen – je nach Nutzungsart und Risiko der Finanzierung fällt das sehr unterschiedlich aus.

Selbstgenutztes Wohneigentum wird tendenziell entlastet: Bis zu einer Belehnung von 60% sinkt das Risikogewicht von 35% auf 20%. Bei hoch belehnten Renditeliegenschaften steigt das Risikogewicht dagegen auf bis zu 150%. Auch Baukredite und Baulandfinanzierungen werden künftig fix mit 150% risikogewichtet.

Parallel dazu haben die Bankiervereinigung (SBVg) die Eigenmittelregeln für Wohneigentum gelockert: Neu genügen 10% Eigenmittel, die Amortisation auf zwei Drittel des Belehnungswerts muss innert 15 Jahren erfolgen. Bei Neugeschäften und Krediterhöhungen ist der ursprüngliche Belehnungswert zudem fünf Jahre lang beizubehalten.

Für Banken bedeutet die höhere Eigenkapitalunterlegung bei risikoreicheren Engagements einen grösseren Kapitalbedarf. Das kann sich laut Studie in höheren Margen, strengeren Belehnungsgrenzen oder einer selektiveren Kreditvergabe niederschlagen – insbesondere bei Renditeobjekten, Bauprojekten und Nachfinanzierungen.

Was heisst das für Vermieter?

Besonders betroffen sind Vermieter mit hoch belehnten Renditeliegenschaften sowie Eigentümer, die Bauprojekte oder Baulandkäufe finanzieren – hier drohen höhere Finanzierungskosten und strengere Kreditprüfungen. Wer eine Anschlussfinanzierung bei hoher Verschuldung plant, sollte mit schwierigeren Konditionen rechnen. Bereits stabil finanzierte Bestandsobjekte mit moderater Belehnung sind von der Basel-III-Umsetzung dagegen deutlich weniger betroffen.