Cembra Money Bank verlegt Sitz von Zürich nach Baden

Redaktion2 min read26.09.2026, 00:00vor 4 Tagen
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Cembra Money Bank verlegt Sitz von Zürich nach Baden

Die Cembra Money Bank zieht 2027 mit rund 660 Mitarbeitenden von Zürich-Altstetten nach Baden – Zürich verliert damit die zweite Bank innert Wochen.

Die Cembra Money Bank verlegt ihren Hauptsitz von Zürich-Altstetten nach Baden im Aargau. Das teilte die Bank mit. Rund 660 Mitarbeitende sollen künftig im Gebäudekomplex Konnex im ehemaligen Industriequartier Baden-Nord arbeiten, der Umzug ist für Herbst 2027 geplant.

Cembra ist auf Privatkredite, Leasing und Kreditkarten spezialisiert und betreut nach eigenen Angaben über zwei Millionen Kundinnen und Kunden. Als Begründung nennt die Bank die moderne Infrastruktur des neuen Standorts und die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr. CEO Holger Laubenthal sagt, man wolle sicherstellen, dass die Arbeitsumgebung langfristig zur Unternehmenskultur und zu den Bedürfnissen der Mitarbeitenden passe.

Kommunikationschefin Nicole Bänninger erklärte gegenüber dem "Tages-Anzeiger", die heutigen Räumlichkeiten seien für andere Bedürfnisse konzipiert worden und liessen sich kaum mehr flexibel gestalten. Man habe verschiedene Objekte geprüft, auch in Zürich, doch Baden habe die Anforderungen am besten erfüllt. Zur Frage, ob die tiefere Steuerbelastung eine Rolle spielte, äussert sich die Bank nicht.

Die Zahlen sprechen dafür sich: In Baden liegt die effektive Gewinnsteuerbelastung bei rund 15 Prozent, in der Stadt Zürich bei 19,6 Prozent. Cembra zahlte im vergangenen Jahr rund 45 Millionen Franken Steuern, ein beachtlicher Teil davon an Stadt und Kanton Zürich. Der Kundenhub an der Löwenstrasse in der Zürcher Innenstadt bleibt bestehen, ebenso die Betreuung über fünf Hubs und das Partnernetz in der Schweiz.

Zweite Bank verlässt Zürich

Cembra ist innert weniger Wochen die zweite Bank, die der Stadt Zürich den Rücken kehrt. Vontobel verlegt seinen Hauptsitz bis 2030 nach Baar ZG, wo die Gewinnsteuerbelastung unter 12 Prozent liegt. Der Zürcher Bankenverband spricht laut "Tages-Anzeiger" von einem "Weckruf". Geschäftsführer Christian Bretscher fordert, Stadt und Kanton müssten die Standortpolitik selbstkritisch überprüfen. Banken tragen in der Stadt Zürich 38,6 Prozent der Unternehmenssteuern bei.

Was heisst das für Vermieter?

Zwei Bankensitze weniger bedeuten für Zürich potenziell weniger Büroflächenbedarf in der Innenstadt und einen Steuerausfall, der sich langfristig auf kommunale Investitionen auswirken kann. Für Baden und die Region Aargau könnten umgekehrt Nachfrage nach Wohnraum und Gewerbeflächen steigen, wenn rund 660 Arbeitsplätze dorthin verlagert werden. Vermieter in Baden-Nord und Umgebung sollten die Entwicklung im Auge behalten, während Eigentümer von Büroimmobilien in Zürich die Signalwirkung der Standortverlagerungen einordnen müssen.