Elcom: Strompreise sinken 2027, Winterrisiken bleiben

Redaktion2 min read09.09.2026, 00:00vor 3 Wochen
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Elcom: Strompreise sinken 2027, Winterrisiken bleiben

Die Elcom rechnet 2027 mit sinkenden Strompreisen für Schweizer Haushalte, warnt aber vor Restrisiken bei der Versorgung im Winter.

Der Strom wird 2027 für Schweizer Haushalte günstiger. Das sagte Urs Meister, Geschäftsführer der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom), im Gespräch mit SRF News. Ein durchschnittlicher Haushalt spart laut Meister rund 53 Franken pro Jahr.

Grund für die sinkenden Tarife sind auslaufende teure Beschaffungsverträge, welche die Energieversorger zu Beginn des Kriegs gegen die Ukraine abschliessen mussten. Diese Verträge werden nun durch günstigere Konditionen ersetzt, was sich direkt auf die Endkundentarife auswirkt.

Die Preisunterschiede zwischen Gemeinden bleiben laut Elcom aber gross: Während eine Gemeinde 10 Rappen pro Kilowattstunde verlangt, sind es andernorts bis zu 46 Rappen. Massgeblich dafür sind die Netzkosten des lokalen Versorgers, eine allfällige eigene günstige Stromproduktion sowie der Zeitpunkt des Einkaufs am Markt. Wer in der Grundversorgung ist, kann den Anbieter nicht wechseln und ist dem lokalen Tarif ausgeliefert.

Versorgungssicherheit im Winter

Zur Frage der Stromversorgung im kommenden Winter sagte Meister, man erkenne anhand der Marktpreise aktuell keine Signale für eine Angebotsknappheit. Die derzeit hohen Preise seien vor allem auf hohe Gaspreise in Europa zurückzuführen.

Ein Restrisiko sieht die Elcom bei der europäischen Gasversorgung: Die Gasspeicher seien unterdurchschnittlich gefüllt, was angesichts der wichtigen Rolle von Gaskraftwerken für die europäische Stromversorgung ein erhöhtes Risiko darstelle. Positiv bewertet Meister dagegen die Verfügbarkeit der französischen Kernkraftwerke, die für den kommenden Winter aussergewöhnlich gut ausfalle.

Auch die Schweizer Speicherseen sind nach dem trockenen Sommer weniger gefüllt als üblich. Laut Elcom liegen die Füllstände deutlich unter dem langjährigen Mittel, die fehlende Energiemenge mache aber nur etwa 1,3 Prozent des gesamten Winterverbrauchs aus. Zum Vergleich: Im vergangenen Winter fehlte durch den monatelangen Ausfall des AKW Gösgen deutlich mehr Strom. Zudem bemängelt die Elcom, dass viele Netzbetreiber den Verbrauch zu ungenau messen, was zu teurer Regelenergie und damit letztlich zu höheren Kosten für die Verbraucher führt.

Was heisst das für Vermieter?

Für die Nebenkostenplanung im Winter ist die Elcom-Einschätzung eine Entlastung: Sinkende Beschaffungskosten dürften sich 2027 in tieferen Stromabrechnungen niederschlagen. Vermieter sollten dennoch die grossen kantonalen und kommunalen Tarifunterschiede im Blick behalten, da diese die Nebenkosten je nach Liegenschaftsstandort stark beeinflussen. Ein Blackout-Risiko besteht laut Elcom derzeit nicht, punktuelle Preisspitzen wegen der europäischen Gaslage sind aber nicht auszuschliessen.