Inflation in der Schweiz steigt im August auf 0,8 Prozent

Redaktion2 min read04.09.2026, 00:00vor 4 Wochen
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Inflation in der Schweiz steigt im August auf 0,8 Prozent

Die Teuerung in der Schweiz ist im August auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert – getrieben von Mieten und Benzinpreisen.

Die Inflation in der Schweiz ist im August auf 0,8 Prozent gestiegen, verglichen mit dem Vorjahresmonat. Das teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) mit. Es ist der höchste Wert seit September 2024. Gegenüber dem Vormonat legten die Konsumentenpreise um 0,4 Prozent zu.

Das Ergebnis lag über den Erwartungen der Analysten. Laut einer Umfrage von Bloomberg unter 16 Ökonomen hatten alle Befragten eine niedrigere Teuerung prognostiziert. Auch Thomas Stucki, Anlagechef der St. Galler Kantonalbank, zeigte sich überrascht vom Ausmass des Anstiegs.

Mieten und Energiepreise als Treiber

Das BFS führt den Anstieg auf mehrere Faktoren zurück. Massgeblich beigetragen haben höhere Wohnungsmieten. Zusätzlich zogen die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl an – als Folge des Iran-Kriegs. Auch stationäre Spitalleistungen wurden teurer.

Günstiger wurden dagegen Pauschalreisen ins Ausland sowie Automieten und Carsharing. Auch Übernachtungen in der Parahotellerie, etwa in Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen, kosteten weniger.

Im internationalen Vergleich bleibt die Schweizer Teuerung moderat. Im Euro-Raum lag die Inflation im August bei 3,3 Prozent. Laut Stucki spielt der Energiepreis hierzulande eine deutlich kleinere Rolle als etwa in Deutschland, wo die Gaspreise stärker ins Gewicht fallen. Zudem sei der Lohndruck in der Schweiz geringer, was eine Lohn-Preis-Spirale wie in anderen Ländern verhindere.

SNB dürfte an Zinsen festhalten

Die Schweizerische Nationalbank befinde sich laut Stucki weiterhin in einer komfortablen Lage, da die Teuerung im unteren Bereich des Zielbands von 0 bis 2 Prozent liege. Beim nächsten Zinsentscheid am 24. September werde die SNB deshalb voraussichtlich keine Zinsänderung vornehmen, so die Einschätzung des Experten.

Was heisst das für Vermieter?

Die gestiegenen Wohnungsmieten treiben die Teuerung mit an – ein Indiz dafür, dass sich höhere Referenzzinssätze und Nebenkosten bereits in den Konsumentenpreisen niederschlagen. Für die Kalkulation der Nebenkosten bedeuten steigende Heizöl- und Energiepreise höhere Abrechnungen im laufenden Jahr. Da die SNB laut Einschätzung von Marktbeobachtern am 24. September keine Zinsanpassung vornehmen dürfte, bleibt der Referenzzinssatz kurzfristig voraussichtlich stabil. Vermieter sollten die Energiekosten dennoch im Blick behalten, da weitere Preissprünge bei Benzin und Heizöl die Nebenkostenabrechnung belasten könnten.