UBS-Ranking: Diese Wohnorte sind für Vermieter attraktiv

Redaktion3 min read28.08.2026, 00:00vor 4 Wochen
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UBS-Ranking: Diese Wohnorte sind für Vermieter attraktiv

Ein neues UBS-Ranking zeigt, dass Mittelzentren wie Solothurn, Fribourg oder Luzern als Wohnorte oft attraktiver sind als Zürich oder Genf.

Die UBS hat am 27. August 2026 ihren aktuellen Wohnattraktivitätsindikator veröffentlicht. Für private Vermieter und Investoren liefert das UBS-Ranking wichtige Hinweise darauf, welche Wohnorte in der Schweiz besonders gefragt sein dürften – und die Ergebnisse überraschen: Weder Zürich noch Genf schaffen es in ihren jeweiligen Regionen unter die Top 3.

Was zeigt das UBS-Ranking im Detail?

Die Grossbank hat für ihre Analyse über 2'000 Gemeinden untersucht und dabei 35 Variablen in drei Hauptkategorien bewertet: Infrastruktur und Erreichbarkeit, Freizeit- und Lebensqualität sowie Kosten. Bei der Kostenkomponente flossen Mietniveau, Steuerbelastung und Krankenkassenprämien ein.

Die Spitzenreiter der 13 Regionen

Für eine Referenzfamilie mit zwei Kindern und durchschnittlichem Einkommen ermittelte die UBS folgende Spitzenorte:

  • Solothurn (Region Jura-Seeland-Solothurn)
  • Fribourg (Region Bern-Freiburg)
  • Sion (Westalpen)
  • Basel (einziges Grosszentrum an der Spitze)
  • Luzern (Zentralschweiz)
  • Aarau
  • Chur
  • St. Gallen
  • Vevey (Westschweiz)
  • Lugano

Bemerkenswert: In 9 von 10 genannten Regionen liegt eine mittelgrosse Stadt vorn, nicht die jeweilige Metropole. Einzig Basel behauptet sich als Grosszentrum an der Spitze seiner Region.

Neue Namen unter den Top-Platzierten

Neben den bekannten Favoriten tauchen im aktuellen Ranking auch neue Gemeinden auf, die bislang weniger im Fokus standen: Laténa im Kanton Neuenburg, Buchegg im Kanton Solothurn, Erlach im Kanton Bern sowie Hünenberg im Kanton Zug. Diese Gemeinden profitieren offenbar von einer günstigen Kombination aus Erreichbarkeit, Lebensqualität und moderaten Kosten.

Warum Mittelzentren die Grossstädte ausstechen

Das Muster ist nicht neu, bestätigt sich aber erneut: Bereits in der Ausgabe 2024 lagen Mittelzentren in 10 von 13 Regionen vorne. 2026 zeigt sich dieselbe Tendenz, wenn auch mit teils aktualisierten Spitzenreitern. Für Vermieter bedeutet das: Die reine Stadtgrösse ist kein verlässlicher Indikator für Wohnattraktivität.

Die Rolle der Kostenkomponente

Gerade bei Miete, Steuern und Krankenkassenprämien schneiden viele Mittelzentren besser ab als die grossen Zentren Zürich oder Genf. Das erklärt, weshalb Familien mit durchschnittlichem Einkommen dort tendenziell eine höhere Lebensqualität pro ausgegebenem Franken erhalten – ein Faktor, der sich direkt auf die Nachfrage nach Mietwohnungen auswirkt.

Konkrete Bedeutung für private Vermieter

Das UBS-Ranking liefert für die Standortbewertung von Mietobjekten wertvolle Anhaltspunkte. In Gemeinden mit hoher Attraktivität ist die Nachfrage nach Familienwohnungen tendenziell stabiler, weil UBS gerade den Mix aus Erreichbarkeit, Freizeitwert und Kosten als entscheidend einstuft.

Für Vermieter sind gut platzierte Gemeinden besonders relevant, weil sie typischerweise mit folgenden Vorteilen einhergehen:

  • stabilere Vermietbarkeit über längere Zeiträume
  • geringeres Leerstandsrisiko bei Mieterwechseln
  • höhere Preisakzeptanz bei Familien mit Kindern

Gleichzeitig relativiert der Index die reine Stadtlage als Qualitätsmerkmal: Auch kleinere und mittlere Zentren können für Mieterhaushalte attraktiver sein als Grossstädte, wenn Kosten und Alltagstauglichkeit stimmen. Bei Neuvermietungen, Mietzinsanpassungen und Investitionsentscheiden lohnt sich daher ein Blick auf die regionale Attraktivität statt allein auf die Einwohnerzahl einer Gemeinde.

Rechtlich ändert das Ranking nichts an den bestehenden Rahmenbedingungen: Mietzinsanpassungen richten sich weiterhin nach den Vorgaben des Obligationenrechts sowie den kantonalen und kommunalen Bestimmungen. Die Begründungs- und Formpflicht bleibt bestehen, unabhängig davon, wie attraktiv eine Gemeinde im UBS-Ranking abschneidet.

Was heißt das für Vermieter?

Das UBS-Ranking zeigt, dass sich eine gute Standortwahl nicht auf die grossen Namen Zürich oder Genf beschränken muss. Mittelzentren wie Solothurn, Fribourg, Luzern oder Chur bieten oft ein attraktiveres Kosten-Nutzen-Verhältnis für Mieterfamilien – und damit potenziell stabilere Mieteinnahmen für Eigentümer.

Wer über Kauf, Verkauf oder Neuvermietung nachdenkt, sollte die Lagequalität künftig differenzierter beurteilen: Erreichbarkeit, Freizeitangebot und Kostenstruktur zusammen entscheiden oft mehr über die Nachfrage als die blosse Einwohnerzahl einer Stadt. Eine rechtliche Prüfung bei Mietzinsanpassungen bleibt davon unabhängig weiterhin notwendig.