Unwetter kosten Schweiz mehrere Hundert Millionen

Wolfgang Staufer2 min read01.09.2026, 00:00vor 2 Wochen
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Unwetter kosten Schweiz mehrere Hundert Millionen

Nach schweren Gewittern mit Hagel und Sturm melden Versicherungen und Gebäudeversicherungen Schäden in dreistelliger Millionenhöhe – mit Folgen für Vermieter.

Die schweren Gewitter vom Freitag, 28. August 2026, haben in der Schweiz Schäden von mehreren hundert Millionen Franken verursacht. Das geht aus Angaben mehrerer Versicherungen gegenüber SRF hervor. Betroffen war vor allem die Nordostschweiz, wo Sturmböen, Starkregen und teils tennisballgrosse Hagelkörner Häuser und Autos beschädigten.

Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ) registrierte bis Montag 11'600 Schadensmeldungen und rechnet mit einer Schadenssumme von rund 200 Millionen Franken. Die Allianz geht von über 10'000 Schadensfällen aus, die Mobiliar spricht von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag. Bei der Zurich Versicherung gingen am Freitag rund zehnmal mehr Onlinemeldungen ein als an einem gewöhnlichen Tag.

Wegen der Flut an Meldungen kommt es bei Versicherungen und der GVZ zu erheblichen Verzögerungen. Mehrere Betroffene berichten von Wartezeiten bis in den November. Um die Bearbeitung zu beschleunigen, setzen Versicherer wie die Zurich und die Mobiliar auf sogenannte Drive-in-Besichtigungen, etwa in Bülach, Winterthur, Olten und der Region Aargau/Solothurn.

Steigende Schadensummen trotz gleichbleibender Häufigkeit

Laut Diego Meuli vom Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) ist die Häufigkeit solcher Unwetter nicht aussergewöhnlich hoch. Die Schadensummen stiegen jedoch, weil Gebäude und Fahrzeuge heute höher versichert und schadenanfälliger seien. Aussenwärmedämmungen und Solarpanels etwa würden bei Hagelschäden deutlich teurer in der Reparatur als eine gewöhnliche Fassade.

Das Ereignis vom Freitag stuft der SVV als Grossereignis ein, nicht aber als Jahrhundertereignis vergleichbar mit dem Hochwasser von 2005. Auch die Vereinigung Kantonaler Gebäudeversicherungen (VKG) betont, dass sich Unwetterschäden an Gebäuden über die Jahre kaum verlässlich voraussagen lassen – auf schadenarme Jahre folgten plötzlich starke Ausschläge durch einzelne Grossereignisse.

Was heisst das für Vermieter?

Steigende Schadensummen bei Hagel- und Sturmereignissen wirken sich mittelfristig auf die Prämien der Gebäudeversicherung aus, die Eigentümerinnen und Eigentümer tragen. Wer in den vergangenen Jahren energetisch saniert oder eine Solaranlage installiert hat, sollte prüfen, ob die Versicherungssumme dem höheren Gebäudewert entspricht. Nach Unwettern mit Gebäudeschäden lohnt sich zudem eine frühzeitige Meldung bei der zuständigen kantonalen Gebäudeversicherung, da die Bearbeitungszeiten aktuell deutlich länger ausfallen als üblich.